2022 - Frankreich/Bretagne


25. März - 22. April 2022

 

Wir sind angekommen am Meer, in der Bretagne, nun brauchen wir erst mal eine kleine Pause, fahren vom Mont Saint-Michel über das Städtchen Cancale, ein Fischerort und Austernparadies, zum Pointe du Grouin. Dort parkieren wir den Iveco auf dem Camping Municipal mit Terrassenplatz über dem Meer und tun zwei Tage lang nichts ausser ums Kap laufen, Sonne, Wind und Meerluft geniessen. 

Würde man Austern lieben dann wäre hier der richtige Ort. Es steht geschrieben dass man sie nirgendwo frischer als in der Bretagne und nirgendwo besser als hier in der Gegend von Cancale bekommt, wo sie dank den starken Gezeiten und dem vielen Plankton in der Bucht ein speziell volles, kräftiges Aroma haben. Aber die Austern sind nicht so unser Ding, wir essen doch lieber einen frischen Fisch. 

Früh am Morgen fahren wir bis nach Saint-Malo, die Korsarenstadt mit seiner Festungsmauer, und können problemlos nahe der Innenstadt parkieren. Die Gassen sind noch ruhig und der Rundgang auf der Stadtmauer ganz staufrei. Just als wir nach einer Stadtrunde mit Kafi zum kleinen Inseli Ille-et-Vilaine rauslaufen möchten schwappt die Flut über den Steg und schneidet den Zugang ab, zu spät. Viele Inselibesucher haben das wohl nicht gemerkt und wollen noch aufs Festland zurück, schon bald kämpfen sich die letzten bei hüfthohem Wasserstand durch die salzige Gischt. Wer es nicht mehr zurück schafft kann auf Rettung warten oder einfach auf die nächste Ebbe, das dauert dann ein paar Stunden. 

Schon einmal waren wir hier in der Bretagne und auch in Saint-Malo, vor vielen Jahren mit unseren Kindern, es kommen schöne Erinnerungen auf, auch ans kulinarische, so gibt es natürlich noch eine feine Galette und Crepe und zum Mitnehmen einen süssen Far Breton mit Plaumen unterlegt, so fein! 

Wir fahren weiter entlang der Nordküste der Bretagne, zum bekannten Cap Fréhel und Richtung Erquy. Wir machen uns schlau über die Gezeiten, nur bei Ebbe kann man auf dem Erquy-Zipfel zum kleinen Inselchen mit dem Kirchlein Saint-Michel laufen. 

Es hat mehrere Parkplätze am Meer, auch grosse Parkplätze, aber alle haben eine Höhenbeschränkung auf 2 Meter, das heisst nur PW’s können parkieren, wir nicht. Diese Situation treffen wir überall an, so viele Parkplätze sind mit einer Höhenbeschränkung ausgerüstet, sogar jetzt Anfang April, an Stränden, an Aussichtspunkten, in Städten oder Dörfern. Der nahe Camping ist noch geschlossen, so stellen wir den Iveco halt auf den Campingparkplatz. Der lange Strand sieht aus wie frisch gebüglet, das Meer ist weg und wir plazieren die ersten Fussabdrücke auf dem glatten Sand, so schön! Über viele Steine suchen wir uns den Weg hinaus auf die Insel und blicken vom Hügel der kleinen Kirche zurück aufs Festland, cool! Auf vielen Felsen kleben Berge von Muscheln und Schnecken, sie haben sich eingekapselt, liegen auf dem Trockenen und warten auf die nächste Flut. Langsam trudeln mehr Leute ein und wir machen uns auf dem Rückweg.

 

Es reiht sich Kap an Kap, überall gibt es Möglichkeiten für Abstecher ans Meer oder übers Meer,  zu lauschigen Buchten oder Dörfern. Das Wetter ist an vielen Tagen grau, kalt und stürmisch. Wir müssen uns oft geschützte Nachtplätze suchen damit wir nicht von der Gischt eingesalzen oder vom Winde verweht werden. Ein schönes Nachtlager finden wir oberhalb des kleinen Weilers Bréhec mit Blick über die weite Bucht. Hier sind wir windgeschützt, das Aprilwetter lässt an diesem Tag auch gar nichts aus! Gerade noch sitzen wir bei drei Sonnenstrahlen draussen auf dem Aussichtsbänkli, da wird der Himmel schwarz und kurz darauf fegt ein Graupelschauer mit Orkanböen über uns hinweg, schnell rennen wir zum Iveco und hechten ins Trockene, es giesst weiter die ganze Nacht.  

Am Morgen fahren wir erst mal ins nächste Dorf zum Einkaufen und Waschen. An diversen Orten, meist bei Supermärkten, gibt es Waschstationen draussen auf dem Parkplatz, zwei verschieden grosse Waschmaschinen und einen Trockner, super praktisch, mit dem Iveco davor parkieren, Kreditkarte reinstecken, waschen, trocknen, fertig…und alles ist wieder sauber. 

Wir machen eine Runde über den Pointe de Minard, hier könnten wir nicht stehen am Abend, es stürmt zu heftig, so kehren wir nochmals zurück zu unserem Nachtplatz von gestern. Die Sonne kommt kurz hervor, wir marschieren hurtig runter ins Dorf, ein Stück über den Ebbe-Strand und durch farbige blühende Büsche und Blumen wieder den Hügel hoch, herrlich diese Stimmung. 

Ein Ausflug mit dem Schiff auf die Ile-de-Bréhat fällt wegen des stürmischen Wetters ins Wasser, so fahren wir weiter über Tréguier nach Plougrescant und hinaus in den Zipfel. Das berühmte Zöllnerhaus zwischen den Felsen ist gerade kein lockendes Fotosujet, es wird renoviert und ist zugegeparkt mit Handwerkerautos. Aber superschön ist es trotzdem hier, tiefblau das Meer, der Wind peitscht die Wellen hoch an die Felsen als wir auf dem Pointe Le Gouffre stehen, ein Schauspiel, der Küstenweg ist auch herrlich zu laufen und die Sonne lässt uns blinzeln. Am Abend kehren wir zurück nach Plougrescant, finden ein frisches Baguette im Laden, schauen uns die schräge Kirche an und können auf dem Dorfparkplatz übernachten inklusive schönem Glockengeläut.

Nicht weit ist es nach Port Blanc, dort wartet die nächste spannende Wanderung auf uns. Es ist Morgen, wir müssen uns noch etwas gedulden bis das Wasser den Weg freigibt, dann marschieren wir los, zuerst auf die Ile des Femmes, über viele Steine und hüpfend durchs Wasser weiter auf die Ile du Chateau Neuf. So schön ist es hier, kaum eine Menschenseele ist unterwegs und die Wetterstimmung ist  einmal mehr fantastisch, solche Natursachen lieben wir! Wir treffen einen Franzosen, er erklärt uns dass der weisse Kegel-Turm auf dem Hügel der „Pain du Sucre“ ist und an welchen Punkten und Kirchentürmen sich die Fischer orientieren um in den Hafen zu kommen. Bis wir zurück sind ist es später Nachmittag, eine Weile noch schauen wir den vielen Segelbooten zu in der Bucht, fahren noch ein kleines Stück weiter und können beim Plage de Trestel parkieren für die Nacht. Da man die Sonne geniessen muss wenn sie da ist gibt es nochmals einen Strandspaziergang um die Bucht, und dann sind wir richtig müde... 

 

Das nächste Highlight folgt sogleich, wir sind an der Rosa Granitküste. Was man da mit ein bisschen Fantasie alles entdecken kann in diesen Steinbrocken die verstreut der Küste entlang liegen, stehen und sich auftürmen. Wir picken eine Runde bei Ploumanac’h raus. Es ist Sonntag, darum starten wir bezeiten, aber der Wanderweg füllt sich rasch, kein Wunder, alle geniessen die Sonne und das milde Frühlingswetter an diesem Tag, wie wir auch. Aber bei diesen vielen Steinen findet jeder sein geheimes Sitzplätzchen.

Ein Stück weiter der Küste entlang sehen wir unseren ersten Menhir, den Menhir de Saint-Uzec, auf bretonisch heisst er „Kalvar Zant Uek“. Er ist 7.50 m hoch, eingemeisselt sind diverse Symbole und oben auf dem Spitz thront ein Kreuz, das heisst er wurde im Jahr 1674 von einem Pater auf seiner Missionsreise kurzerhand dem Heidentum entrissen und christianisiert.

Vom Menhir steuern wir den Iveco direkt auf die Ile Grande, eine gemütliche kleine Insel, über eine Brücke zu erreichen. Das Wetter ist sonnig, es ist erst Nachmittag, die Ebbe öffnet Wanderpfade, was bietet sich da anderes an als noch eine Tour zur kleinen Ile Canton zu unternehmen, schön ist es hier! Kinder rennen und klettern über die Steine oder bauen Sandburgen am Strand, Schwatzen und fröhliches Lachen ertönt überall, Hunde toben sich aus, es wird gepicknickt, ganze Familien sind mit Eimern unterwegs und suchen unter den Algen, Steinen oder Wasserlöchern nach essbaren Meerestieren, Väter haben heute Zeit, es ist ja Sonntag…herrlich friedlich und zum Verweilen. 

Die Strasse führt uns nahe oder etwas entfernter der Küste entlang nach Morlaix. Wir möchten das Viadukt sehen und können auch gleich darunter parkieren. Wir steigen die Gasse hoch und überqueren den Viadukt auf dem 1. Stock, cool und mit tollem Ausblick! Es ist Morgen und noch nicht allzuviel los in der Stadt, wir decken uns in der Boulangerie ein und machen uns wieder auf den Weg. In Carantec gibt es bei Ebbe eine Strasse auf die Insel Callot. Als wir dort sind, ist die Strasse noch unter Wasser, es regnet und ist kalt, so gluschtet es uns nicht zu warten und dann im grauen Wetter über die Insel Callot zu wandern. Und der Iveco liebt so salzige Strassen eh nicht besonders. 

So ist es unterwegs, viele schöne Dinge warten, die einen schnappt man sich, die anderen sind für ein nächstes Mal.  

 

Unsere Reise geht weiter, es gefällt uns sehr an dieser bretonischen Nordküste! Wir treffen auf unzählige schöne Strände. Spannend ist dieser Wandel und das Leben mit den Gezeiten, was da bewegt und verändert wird alle paar Stunden, gewaltig! Zu jeder Tageszeit müssen die Küstenbewohner die Gezeitentabelle im Kopf haben.

Nachtplätze finden wir immer problemlos, es gibt jede Menge Stellplätze die jetzt noch fast leer sind, oder Campings, von diesen sind allerdings noch viele geschlossen. Gerne zahlen wir diese Euros zum Übernachten und stehen legal, es ist nicht der Ort um wild zu stehen und wir möchten kein Öl ins Feuer schütten, schon genug Verbote sehen wir überall.

Fast alle Dörfer sind beruhigt mit Bodenschwellen (noch keine verpasst) dazu gibt es viele 30-er Zonen und oftmals auch ein über 3.5t-Fahrverbot fürs Dorfzentrum, meist für den Schwerverkehr und manchmal auch für uns. 

Wir besuchen das kleine, feine Freilichtmuseum am Meer in Menez Ham, mit Handwerk und schönem Beizli. Etwas weiter finden wir den grössten stehenden Menhir von Frankreich, den Menhir de Kerloas. Ganz unscheinbar steht er zwischen Wiesen und Bäumen, ein Gwaltskerl! Wir legen einen Spurt hin vom Iveco zum Menhir, es sind einige  Meter zum Laufen, der Himmel ist schwarz und die ersten Tropfen fallen schon. Wow, bist du gross, du Menhir von Kerloas mit deinen 9.50m. Er steht wohl seit ca. 4000 v.CH. hier und war mal um einiges grösser, seine Spitze brach vor Jahrhunderten bei einem Unwetter ab.

Bei Sturm stehen wir am westlichsten Punkt, dem Pont de Corsen und düsen bei Regenwetter an Brest vorbei aufs nächste Kap, das heisst in diesem Vielfinger-Zipfel südlich von Brest gibt es eine ganze Reihe von Kaps. Vor dieser Kaptour übernachten wir am Meeresarm auf dem grünen Stellplatz im kleinen, schmucken Dorf Le Faou. Über die Brücke von Térénez, vorbei an Crozon fahren wir nach Morgat. Hier buchen wir eine kleine Schiffstour zu den Höhlen in der Nähe. Es ist noch nicht viel los, auf der 11-Uhr-Tour sind wir die einzigen Gäste neben vier Mann/Frau Besatzung, es sind gerade noch Auszubildende an Bord. Wir bekommen eine interessante Privattour mit vielen Infos zur Gegend, vorgetragen von einer jungen Bretonin. Zuerst nehmen wir Kurs auf die eine Seite der Bucht, hinein in eine kleine Höhle mit schräg stehenden riesigen Felsplatten über uns. Wir düsen über die ganze Bucht auf die andere Seite und besuchen die farbige Grotte de l’Autel, die Altarhöhle, sehr schön ist sie mit diesen rot, gold und kupferfarbigen Wänden! Es hallt und tönt hier drinnen, die Wellen strömen in die Grotte und erzeugen einen Überdruck, wir merken es in den Ohren. Es ist eine Kunst das Boot auf Kurs zu halten und nicht in die Felswände zu prallen, aber der Kapitän hat das gut im Griff. Zurück im Hafen warten schon die nächsten Neugierigen auf eine Schiffstour, sicher 10 Leute stehen bereit. Am Ende der Tour meint unsere Reiseleiterin es sei das erste Mal dass sie eine Tour so begleitet habe. Gut hat sie's gemacht. In Morgat stehen einige  historischen Villen, darunter eine Villa nach Plänen von Gustav Eiffel und der Autobauer Armand Peugeot liess hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts Ferienhotels für seine Angestellten bauen.

Weiter fahren wir durch viel Heidelandschaft mit blühend gelbem Ginster Richtung Cap Chèvre, das Kap der Geissen. Es ist schön und warm und duftet wunderbar nach Holz, Blumen und Frühling. Eine erste kleine Küstenwanderung machen wir auf der Strecke, die zweite Tour dann beim Kap, beide mit herrlicher Aussicht. Hier auf dem Kap können wir gleich auf dem grossen Parkplatz stehen bleiben für die Nacht. Am nächsten Morgen rollen wir zum felsigen Pointe de Pen-Hir. Hier bläst ein kräftiger Wind, ein Rundgang muss aber sein, wir ziehen die Kapuze über den Kopf und klettern über die Felsen, toll! Über Camaret-sur-Mer fahren wir weiter zum Pointe de Espagnols, hier gefällt es uns nicht besonders, alles ist voller alter Bunker und solche mögen wir nicht anschauen…

 

Wir wenden uns südwärts und erklimmen mit dem Iveco den höchsten Berg in der Bretagne, den Ménez-Hom mit 330m, die Rundsicht ist leider getrübt vom Nebel und auch hier oben bläst einmal mehr ein wilder Sturm. Wir bleiben nicht allzu lange, übernachten im Tal und sind am nächsten Morgen beim Dörfchen Locronan. Dieses wird als etwas Besonderes angepriesen und es ist in der Tat sehr schön. Richtig alte, bhäbigi Steinhäuser säumen die Gassen, mittendrin steht die grosse Kirche. Es ist aber auch sehr touristisch hier, es hat viele Lädeli und Beizli die so früh am Morgen noch gar nicht alle offen sind.  Auf dem Parkplatz steht ein Wohnmobil mit ZH-Nummer, wir grüssen und plaudern und schnell stellt sich heraus dass die beiden zwei Dörfer von uns entfernt wohnen, lustig, so gibt es natürlich gleich noch mehr Gesprächsstoff. 

Wir schwenken ein zu den nächsten Kaps und besuchen auf dem Weg dorthin zuerst das Städtchen Douarnenez mit seinem Museumshafen, einer Sammlung an Schiffen aus der ganzen Welt. Einmal rundherum in diesem Ort ergibt eine richtig kleine Wanderung, vom ersten Hafen zum zweiten Hafen, über den Hügel zum dritten Hafen, retour durch die Altstadt zum zweiten Hafen...hier brauchen wir unbedingt eine Pause und bestellen im Hafenbeizli ein Stück Kouign Amann, mhhh, dieser ist richtig gut, eine Spezialität aus Schichten mit Blätterteig, gesalzener Butter und Zucker,  und eine Kalorienbombe. Weiter geht es zum Pointe du Van mit dem Kirchlein Saint-They über den Klippen. Auf dem Weg zum Pointe du Raz kommen wir am Surferstrand Plage des Trépassés vorbei, Stop, hier müssen wir eine Weile zuschauen. Gross und klein tummelt sich im Wasser und übt sich beim Stehen auf dem Brett, wir sitzen im Sand und beobachten das Schauspiel, brrrr, trotz Neoprenanzug würden uns keine zehn Pferde ins Wasser bringen. Noch ein Katzensprung ist es bis zum Pointe du Raz, kein einsamer Ort, der Parkplatz ist riesig, es hat Lädeli und Restaurants, aber der Nachmittag ist schon fortgeschritten, es gehen mehr Leute als kommen, die Wolken haben sich verzogen, so machen auch wir uns noch auf an die Steilküste und vertagen den Spaziergang nicht auf den nächsten Morgen, eine gute Entscheidung. Es sind rund 1.5 km vom Parkplatz bis zu den Felsen am Spitz, wow, schön...und wenn wir die Augen ganz fest zusammen kneifen können wir dort weit drüben fast Neufundland entdecken, nichts ist dazwischen ausser Meer…im Frühling 2018 standen wir mit dem Iveco in Neufundland, das war noch fast am Anfang unseres Nordamerika-Reisejahres, ach, war das eine unglaublich schöne Zeit!

Wir steuern den Leuchtturm Phare d’Eckmühl an, er ist offen und wir steigen auf der engen Wendeltreppe die 307 Stufen empor, Beat schnell, ich etwas langsamer. Aus der Höhe haben wir eine tolle Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen, über die bretonischen Häuser, auf den kleineren Phare Penmarc'h nebenan, hinaus aufs Meer, klein steht der Iveco dort unten auf dem Parkplatz. Dieser Leuchtturm wurde im Jahr 1897 eingeweiht und ist einer der höchsten in Europa. Es ist schon Nachmittag und wir sputen uns um nach Guilvinec zu kommen, hier kann man von einer Terrasse aus die Rückkehr und das Abladen der Fischerboote beobachten. Ein grosses Boot steht schon an der Mole, Kübel um Kübel wird aus dem Bootsbauch gehieft, mit dem Kran aufs Quai geschwenkt, dort kippt der nächste Arbeiter die Kübel in Boxen um, schmeisst immer wieder eine Schaufel Eis dazwischen und wenn sie voll sind kommt der Stapler dahergefahren und holt sie ab, ein endloser Ablauf, so viele Fische, und das von nur einem Boot!

Ostern naht und der Wetterbericht verspricht Sonnenschein, Zeit für ein paar Tage Osterferien am Meer! Wir suchen uns den Camping des Dunes in Lesconil heraus, schön, gemütlich und gleich hinter den Dünen! Nur ganz wenige Camper stehen verteilt auf dem Areal, die Sonne scheint, es ist mild, wir freuen uns aufs draussen sitzen und sein, bis jetzt gab es dazu noch nicht allzuviele Gelegenheiten. Die nächsten vier Tage machen wir wenig, kleine Velotouren, wir spazieren ins Dorf, schauen wie im Hafen grosse Boxen mit Algen abgeladen werden, graben unsere Füsse in den Sand, schlendern immer wieder dem Meer entlang, sitzen, schauen den Wellen zu...wunderbar!

 

Vollgetankt mit Sonne machen wir uns wieder auf den Weg...Concarneau mit dem berühmten Café Atlantic aus der Fernsehserie mit Komissar Dupin, vorbei an der Fischfabrik Courtin, zum Anse de Rospico, und dem Regattahafen von l’Orient… bei Kerzerho schreiten wir durch die Menhire, hier darf man das noch, durch die Steine laufen, sie berühren, ins Gras sitzen, Pause machen und sich an einen Brocken lehnen. 

Wir übernachten an diesem Abend bei der Abbaye Sainte-Anne, am nächsten Morgen fahren wir früh los, im Dorf renne ich in die Boulangerie, hole uns ein frisches Baguette und weiter geht es auf die Halbinsel Quiberon. Auch hier, fast auf jedem Parkplatz hat es eine Höhenbeschränkung, die Büssli passen unten durch, überall stehen sie und campieren…Wir finden aber auch noch ein schönes Plätzli, parkieren und zmörgeled vor dem Morgenspaziergang gemütlich mit Blick auf den tosenden Atlantik!

In Carnac hat es unglaublich viele Menhire, kilometerlange Steinreihen stehen hier und wir erschrecken etwas als wir dorthin kommen. Es hat viele Leute, die Steinreihen sind total eingezäunt, die Besucher ausgesperrt. Man darf nur mit Abstand links oder rechts entlang des Zaunes laufen. Wenn man zwischen die Steine möchte muss man sich einer Führung anschliessen. Es gibt auch geführte Bustouren mit denen man die Kilometer abfahren kann und aus dem Auto die Fotos knipst. Das gefällt uns nicht. Vor vielen Jahren mit unseren Kindern konnten wir die Steine aus der Nähe anschauen, richtig erleben und auf Weglein zwischen ihnen laufen. Natürlich verstehen wir dass man die Steine schützen muss, aber ein bisschen anders könnte man das schon lösen, mit etwas mehr "Steinnähe". Wir bleiben nicht lange, fahren dann entlang des Areals, durch eine grüne Baumallee zum Dolmen Kercado und stoppen anschliessend noch für einen Spaziergang durch den Wald zum grossen Menhir Le Géant du Manio, hier ist es schön, ruhig und es ist viel wenig los. Die Menhire bei Kerzerho haben uns eindeutig besser gefallen, klein aber schön und fassbar. 

Wir merken dass sich die Anzahl der Touristen in dieser Gegend etwas verdichtet, kein Wunder, es gibt viele schöne Strände hier, diverse Sachen zum Anschauen, die Ostern sind zwar vorbei, aber es sind Schulferien und der Frühling naht mit grossen Schritten.

Wir werweissen und entscheiden uns für eine Runde ins Landesinnere, wir möchten nach Josselin. Es geht durch viel grünes Landwirtschaftsland, über sanfte Hügel, durch Wälder und kleine ländliche Dörfer. Josselin liegt am Nantes-Brest Kanal, hat eine schöne Altstadt, einen Park zum Spazieren und vor allem das wunderschöne Chateau Josselin mit seinen gigantisch hohen Mauern vom Fluss unten bis ins Dorf hoch. Das Schloss ist erst am Nachmittag offen, die Zeit bis dann vergeht wie im Flug und schon schreiten wir durch die herrliche Schlossanlage, sehr schön!  Wir fahren wieder dem Meer entgegen, schauen uns im crazy Dörfli von Ferrailleur um und staunen was da alles mit alten Sachen zusammengebaut wurde, diverse kurlige Häuslein und unzählige lustige „Maschinen“ die sich bei Knopfdruck in Bewegung setzen und etwas auslösen, ein Spass für die Kinder, und auch für die Grossen. Weitere schöne Orte wollen erkundet werden, und schwups durchfahren wir den grossen Parc naturel de Brière, eine riesige Fläche voller Sumpf, Wasser und Kanälen und sind schon bald in Guérand und seinen Salzgärten. 

Unsere Bretagnerunde schliesst sich, über die Pont de Saint-Nazaire überqueren wir noch einmal die Loire, verlassen den westlichen Zipfel von Frankreich und die wunderbare Gegend hier.

Schon lange war es mein Wunsch wieder einmal in die Bretagne zu kommen und die Zeit hier war richtig schön! Vor allem war es super jetzt in der Vorsaison hier zu sein, Wetter hin oder her, überall hatte es Platz,  so gefällt es uns!

 

Unsere nächste Etappe führt uns weiter entlang der Atlantikküste Richtung Süden…